Waldstrasse in Johannisthal/ Waldstrasse soll umbenannt werden/ Umbenennung der Waldstrasse in Berlin Johannisthal (1)

Waldstrasse in Johannisthal

Allgemeine Infos zur Waldstrasse in Berlin Johannisthal

Umbenennung der Waldstrasse in Berlin Johannisthal (1)

Durch einen anonymen Zettel in meinem Briefkasten bin ich gestern darauf aufmerksam geworden, dass die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Berlin Treptow-Köpenick die Absicht hat, die Waldstrasse in Berlin Johannisthal in Minna-Todenhagen-Strasse umzubenennen.
Initiatoren sind die Abgeordneten der FDP, SPD und Die Linke.

Mit der Drucksache VI/0797 wird das Bezirksamt ersucht, die Waldstrasse in Minna- Todenhagen-Strasse umzubenennen. Der Vollzug soll anlässlich des Bundeskongresses der Arbeiterwohlfahrt im November 2008 in Berlin erfolgen.

Ich möchte die Integrität von Minna Todenhagen hier nicht in Frage stellen.

Trotzdem frage ich mich wie „meine“ Abgeordneten auf diese Idee kommen?

Ich wohne seit über 40 Jahren in dieser Strasse und fühle mich hier auch wohl, obwohl es in Berlin insgesamt 12 oder 13 Waldstrassen gibt.
Unsere Strasse erhielt 1892 Ihren Namen, der Wald musste schon zu dieser Zeit Bebauungsplänen weichen. Um 1900 wurden die Ersten mehretagigen Häuser gebaut. 1925/26 wurden auf der anderen Seite die Häuser für die Mitarbeiter der Flugzeugmotorenwerke durch die Firma Ambibut gebaut. Diese im Bauhausstil errichteten Häuser stehen auch heute unter Denkmalschutz.

Bisher hat mich jede Post erreicht und jeder Taxifahrer die richtige Waldstrasse gefunden.
Ich wüsste nicht, warum ich einen neuen Strassennamen brauche.

Im Gegenteil, warum soll ich nun meine sämtlichen Geschäftsunterlagen ändern, nur weil die Strasse einen anderen Namen bekommt. Dies bedeutet für mich ein größeren Aufwand und Kosten, die mir sicher keiner ersetzt.

Hinzu kommen sämtliche Papiere die man als Privatperson so im allgemeinen besitzt:
Personalausweis, Reisepass, Führerschein, Hausratsversicherung, Lebensversicherung, Krankenversicherung, Stromvertrag, Gasvertrag, Wasser- und Abwasservertrag, Telefonanbieter, BSR, usw. Ihnen Fallen sicherlich noch viel mehr Dinge ein die geändert werden müssen.
Viele Änderungen müssen Sie dann auch noch bezahlen.

Es gibt in Johannisthal Strassen die gerade in den letzten Monaten neu geschaffen wurden, warum hat man nicht da schon an Minna Todenhagen gedacht.

Mich hat niemand vorher informiert, oder ist diese Information an mir vorbei gegangen??

Nun soll in kürzester Frist die Umbenennung erfolgen.

Der Vorschlag stammt vom 07.07.2008, schon am 17.07.2007 findet die Beschlussfassung statt.

Ich bin dagegen.

Wer sich zu diesem Thema gern äußern möchte ist herzlich eingeladen dies auf diesem Blog zu tun.

Ehrlichgesagt hoffe ich, dass jeder Anwohner der Waldstrasse sich hier äussert, damit die Umbenennung vielleicht noch verhindert werde kann.
Entweder Sie schreiben einen Kommentar oder Sie lassen mir das per Mail oder in Papierform zukommen, ich veröffentliche das dann unter Ihrem Namen oder unter Ihrem Pseudonym.

A. Georgiu
Waldstr. 36
12487 Berlin

Originalvorlage der BVV

16 Kommentare

  1. admin:

    Vor ein paar Minuten fand ich in meinem Briefkasten 2 Seiten Papier der SPD-Fraktion und der Linksfraktion.

    Es ist die nachgereichte Erklärung zur Umbenennung unserer Waldstrasse.

    In einem weiteren Beitrag werde ich noch einiges zu diesem Schriftstück sagen.
    A. Georgiu

  2. Bewohner der Waldsrtasse 1:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    vielen Dank für Ihre Information über den zur Abstimmung vorgesehenen Antrag von SPD, FDP u.a. bei der kommenden Bezirksverordnetenversammlung am 17. Juli 2008. Einer Umbennung der „Waldstraße“ in „Minna-Todenhagen-Straße“ stimme ich definitiv nicht zu.

    Zunächst einmal frage ich mich, ob es nicht wichtigere Aufgaben für o.a. Parteien – gerade im Bereich der Sozialpolitik – anzupacken gilt, als Straßennamen zu wechseln. Sicherlich ist die Umbennung auch mit Kosten verbunden, die wahrscheinlich auch vom Steurzahler gertragen werden müssen. Andererseits sehe ich persönlich nicht ein, wegen der Umbennung meine kompletten Passdokumente u.v.a.m. auf eigene Kosten und Zeit für entsprechende Antragsformulare in Kauf zu nehmen. Gilt hier nicht auch das Gewohnheitsrecht? Seit Ewigkeiten heißt die Straße wie sie heißt – und plötzlich wird man sich bewusst, dass da irgendwo mal in Berlin Treptow ein SPD-Mitglied, nur als Mitbegründerin der AWO, ach ja – Stadtverordnete, bis 1950 gelebt hat und nun unvergesslich gemacht werden soll. Meines Erachtens absoluter Schwachsinn. Da möchte ich schon von den Antragstellern gefragt werden. Schließlich propagieren ja gerade diese Parteien den Wert der Demokratie.

    Sinnvoller scheint mir die Überlegung, ob die Parteien nicht in Berlin Treptow neue Straßen für eine solche Namensgebung in Bertracht ziehen sollten.

    Ich hoffe, dass sich meiner Meinung noch viele andere BewohnerInnen der Waldstraße anschließen.

    Mit freundlichen Grüßen
    (Absender ist der Redaktion bekannt)

  3. LSchlierkamp:

    Hallo,
    ich hatte eine Mail ähnlichen Inhalts an die CDU geschrieben und wohl die gleiche Antwort bekommen wie Herr Georgiu.
    Ok, warten wir’s ab.
    Zu dem Thema habe ich auf den Seiten der SPD etwas Interessantes entdeckt.
    Unter dem Link
    http://www.spd-fraktion-treptow-koepenick.de/images/Publikationen/Infobriefe/2008/Infobrief_7_2008.pdf
    ist in dieser Publikation auf Seite 3 zu lesen, dass nicht die Waldstrasse, sondern die Köpenicker Strasse zu Ehren von Frau Todenhagen umbenannt werden solle.
    Dieser Infobrief der SPD ist vom 07.07.08.
    Was soll man dazu sagen?

    Freundliche Grüße aus der Waldstrasse 3

    L. Schlierkamp

  4. H. Heckendorf:

    H. Heckendorf
    Waldstr. 12

    A. Georgiu
    Waldstr. 36

    Bei voller Übereinstimmung in der Ablehnung der Umbenennung unserer Waldstraße möchte ich Sie informieren, dass im Buch „Johannisthal in Berlin“ (Herausgegeben zum 250-jährigen Bestehen), S. 67, die Namensgebeung für unsere Straße 1892 erfolgte, nicht 1920 wie in Ihrem Internetblog vermerkt.
    MfG Heckendorf

  5. A. Georgiu:

    Hallo Frau / Herr Heckendorf

    besten Dank für Ihre Unterstützung. Ich habe die Änderung sofort vorgenommen.
    Leider hatte ich in der Eile zunächst das Büchlein nicht griffbereit, habe aber inzwischen auch in der Kategorie „Historisches“ einige Daten aus diesem Büchlein übernommen.

    Der Erste Schritt ist uns ja inzwischen schon geglückt, mit Beharrlichkeit werden wir jedoch weitermachen, damit das unselige Thema endgültig vom Tisch kommt.

    MfG
    Alexander Georgiu

  6. Edith Trube:

    Ich bin gegen die Umbenennung

    Edith Trube
    Waldstr. 1
    12487 Berlin

  7. Melitta und Helmut Schätze:

    Melitta und Helmut Schätze
    Waldstr. 1
    12487 Berlin 16.07.2008

    Umbenennung der Waldstraße in Minna-Todenhagen-Straße

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    wir möchten hiermit gegen die geplante Umbenennung unserer Straße protestieren.
    Auf Grund dieser Maßnahme würden für uns vermehrt Post- und Laufwege entstehen.
    Über Computer und Internet, die dies eventuell erleichtern könnten, verfügen wir nicht.

    Hochachtungsvoll
    Melitta Schätze
    H. Schätze

  8. Klaus u. Martina Vetter:

    Hallo Alex & Frau,
    hatten im Vorfeld , mit Erhalt des Fleyer`s der CDU bereits ein Veto zur BVV abgegeben,in Anlage beide, meine E-Mail
    und die Antwort der CDU.
    Stehe nachwievor zum NEIN ! der Umbenennung.
    Klaus u. Martina Vetter , W12

  9. Stefan Förster:

    Hallo und Guten Tag,

    erlauben Sie mir, einige Anmerkungen zu machen, die möglicherweise helfen können, um bestehende
    Missverständnisse aufzuklären.

    Es ist ein guter Brauch in der BVV Treptow- Köpenick, Namensgebungen von Straßen und andere Aspekte der bezirklichen Gedenkkultur im zuständigen Fachausschuss zu besprechen.

    Damit dieser Antrag dorthin überwiesen werden
    kann, muss er jedoch erst einmal gestellt sein. Ein Ausschuss kann sich – das leuchtet
    sicher ein – formal nur mit einem Antrag befassen, der auch eingereicht ist. Informelle
    Überlegungen sind nicht Gegenstand einer
    Beratung im Fachausschuss.

    Der über dem Antrag stehende Text „die BVV
    möge beschließen“ ist eine standardisierte
    Formulierung gemäß der Geschäftsordnung der
    Bezirksverordnetenversammlung. Daraus wurde
    fälschlicherweise abgeleitet, dass der Antrag
    auch in der BVV am 17.07.2008 beschlossen
    werden sollte. Bereits am Abend zuvor, im
    sog. Ältestenrat, haben die Vertreter aller
    Parteien jedoch einvernehmlich beschlossen,
    den Antrag zur Umbenennung der Waldstraße in
    den Ausschuss für Bildung und Bürgerdienste
    zu überweisen. Daher fand in der BVV am
    17.07. auch keine Debatte und erst recht
    keine Beschlussfassung statt.

    Anders als die CDU-Fraktion Glauben machen
    will, geschah dies jedoch nicht aufgrund ihres
    Flugblatts, das leider auch mehr Fragen
    aufgeworfen als Antworten gegeben hat.

    Vielmehr signalisierte bereits vor der CDU-
    Fraktion die Fraktion Bündnis 90/Grüne, dass
    sie in jedem Fall die Beratung im Fachausschuss
    wünscht. Da es geübte demokratische Praxis
    ist, so einem Verfahrensvorschlag zuzustimmen,
    war die Ausschussüberweisung somit schon
    klar, ehe das Flugblatt der CDU überhaupt in
    Ihrem Briefkasten steckte.

    Es gab im Vorfeld lediglich eine von mir –
    auch gegenüber der CDU-Fraktion – geäußerte
    Überlegung, ob angesichts der dieses Mal sehr
    langen Sommerpause in der BVV eine Überweisung
    einer Vielzahl von Drucksachen in die jeweiligen Ausschüsse sinnvoll ist. Im Ergebnis wurden z.B. der Ausbau des Glienicker Wegs ohne die sonst übliche Ausschussberatung beschlossen, um hier nicht noch längere Verzögerungen für die Autofahrer entstehen
    zu lassen.

    Nachdem aber in Ihrem Fall Beratungsbedarf
    signalisiert wurde, war eine Ausschuss-
    überweisung für mich selbstverständlich.

    Ganz ehrlich: Ich gönne der CDU ihren Erfolg,
    den sie mit der großen Resonanz aus Ihrer
    Straße hatten. Hätte ich dieses Flugblatt als
    ahnungsloser Bürger im Briefkasten gehabt, ich wäre auch erbost gewesen. Da auf dem Flyer keinerlei Hintergründe über die gesetzlichen
    Grundlagen einer Umbenennung, die nur eingeschränkten rechtlichen Möglichkeiten der
    Bürgerbeteiligung und die zu ehrende Person
    zu finden waren, hätte ich auch prompt eine
    ablehnende Mail geschickt.

    Seitens der Antragsteller hätte eine noch
    rechtzeitigere Information erfolgen sollen,
    das räume ich ausdrücklich selbstkritisch ein.

    Bitte bedenken Sie aber, dass auch die CDU-
    Fraktion sich nicht über die gesetzlichen
    Bestimmungen hinweg setzen kann. So sie Ihnen
    suggeriert, die Alternative hieße Todenhagen-
    oder Waldstraße so irrt sie leider oder informiert Sie bewusst falsch. Wie in meinem
    Kommentar zur Anfrage bezüglich der gesetzlichen Grundlagen dargestellt, sind
    Mehrfachbennungen zu beseitigen. So gab es
    bereits in den 90er Jahren innerhalb der
    CDU Treptow Überlegungen, Ihre Straße nach
    dem CDU-Politiker Heinrich Krone umzubenennen.
    Dies geriet mit der Bezirksfusion aus dem
    Blickwinkel, zeigt jedoch, dass auch der
    CDU im Grunde immer klar war, dass die Waldstraße irgendwann einen neuen Namen
    bekommen muss. Dies betrifft im Übrigen
    auch die Waldstraße in Adlershof, die sogar
    schon 1885 benannt wurde und somit noch
    älter als Ihre Waldstraße ist.

    Das ist für Sie emotional erstmal nur schwer
    nachzuvollziehen, was mir vollkommen klar ist.
    Gleichwohl könnten Sie sicherlich stolz darauf
    sein, dass eine Frau, die sehr viel für
    Johannisthal, Treptow und Berlin getan hat,
    Namensgeberin Ihrer Straße werden könnte.

    Da in Ihrer Straße eine Vielzahl von Personen
    gewohnt hat, die auf ihre Art und Weise jeweils
    Vorreiter einer bestimmten Entwicklung oder
    Forschung waren, würde eine Auswahl hier sicher
    schwer fallen. Da zudem Frauennamen aufgrund
    ihrer geringfügigeren Berücksichtigung zu
    bevorzugen sind, würde Ihre fortschrittliche
    Straße nach einer fortschrittlichen Frau
    benannt, die gleich dreifach (bezirkliche
    Belange, Sozialpolitik, Engagement gegen die
    NS-Diktatur) eine Ehrung verdient hat.

    Ich freue mich auf die Diskussion mit Ihnen!

    Ihr
    Stefan Förster
    Bezirksverordneter

  10. Wolfgang Haase:

    Umbenennung Waldstraße – N E I N
    Es gibt sicher etliche Gründe,einer Straße einen Namen zu geben,aber nicht einen sinnvollen,den Namen einer Straße mit historisch geprägtem Namen aus dem Stadtplan zu tilgen.Ich bin konsequent g e g e n
    eine Umbenennung dieser altehrwürdigen Straße.
    Soll doch Frau Todenhagen dort geehrt werden,wo noch tatsächlicher Bedarf nach neuen Straßennamen ist,nämlich in Erschließungsgegenden wo neue Eigenheime oder Industrie angesiedelt werden,also auf neuem Bauland.Dort entstehen niemandem Kosten für
    Adressänderungen bei Ämtern,Banken,Lieferfirmen
    etc.Es gibt sogar auch innerhalb Treptows noch Gegenden,wo Anwohner noch keinen sinnvollen Straßennamen haben,weil ihre Straße nur „Straße Nr….“ heißt.Vielleicht sollten die Initiatoren der Umbenennung auch schon mal etwas weitsichtiger an eine anstehende Wahl denken…
    Im übrigen sollte Herr Förster einaml über seine eigene Wortwahl nachdenken,wenn er das Wort fortschrittlich in den Mund nimmt,hier geht es ganz offensichtlich nur um Profilierung
    über die Köpfe der Anwohner hinweg, was wohl dann auch noch mit „…gute Brauch“ nach außen verkündet wird.

  11. Stefan Förster:

    Sehr geehrter Herr Hasse,

    für Ihre Hinweise und Anregungen danke ich Ihnen. Anders als Sie vermuten, wird das Problem der Nummernstraßen im Bezirk bald der Vergangenheit angehören. Für alle noch mit Nummern versehenen Straßen liegen Benennungsvorschläge vor, die auch
    abgearbeitet werden. So werden in diesen Monaten alle 13 Nummernstraßen in Müggelheim – auch auf Wunsch der dortigen Bewohner – mit
    richtigen Namen versehen, Rahnsdorf folgt.
    Selbst die letzten beiden, im Gebiet einer
    Kleingartenanlage gelegenen, Nummernstraßen
    in Johannisthal (207 und 208) erhalten in
    diesen Tagen neue Namen.

    Neue Bauvorhaben sind im Bezirk ebenso
    wenig geplant, auch für die Straßen im
    Landschaftspark Johannisthal liegen längst
    Namensvorschläge vor – da es sich hier um
    Privatstraßen handelt, hatte der Bezirk hier
    allerdings kein Vorschlagsrecht sondern der
    Grundstückseigentümer.

    Was die Kosten betrifft, so sind sämtliche
    Formalitäten in den Bürgerämtern zu erledigen –
    selbstverständlich kostenlos. Da die alte
    Bezeichnung noch eine ganze Weile parallel
    mitläuft, können Sie Ihre Korrespondenzpartner
    dann informieren, wenn Sie ihnen ohnehin
    schreiben. Der Aufwand dafür hält sich also
    in Grenzen.

    Dass es sich bei der Waldstraße um eine Straße
    mit Geschichte handelt, ist sicher nicht von
    der Hand zu weisen. Aber Geschichte bleibt
    auch bei einem anderen Namen. Sie kennen doch
    bestimmt die heutige Regattastraße in Grünau
    ebenso wie die heutige Bölschestraße in Friedrichshagen. Beide Straßen hießen früher
    mal „Friedrichstraße“, wurden dann aber aus
    Gründen der Mehrfachbenennung schon 1935 bzw.
    1947 in ihre heutigen Bezeichnungen umbenannt.
    Das waren damals traditionsreiche Straßen,
    heute sind sie es immer noch und niemand
    stört sich an den neuen Namen. Ganz im Gegenteil, man könnte meinen, es sei schon
    immer so gewesen.

    Dass sich eine Straßenumbenennung zur Profilierung eignet, glaube ich persönlich
    nicht. In der Straße selbst macht man sich
    jedenfalls in der Regel damit nicht beliebt.
    Aber das ist auch nicht meine Absicht.

    Kommunalpolitik ist ein Ehrenamt, das viel
    Zeit, Kraft und Mühe kostet, aber außer
    einer geringen Aufwandsentschädigung eben
    keine Einkommensquelle sondern reines Hobby
    ist. Von daher verfängt der Hinweis auf die
    nächsten Wahlen auch nicht. Ich bin nicht
    von der Politik abhängig.

    Es steht Ihnen als mündigem Bürger frei, Ihre
    Wahlentscheidung nach Ihren Präferenzen auszurichten. Ich kann mir kaum vorstellen,
    dass Sie CDU oder NPD nur deshalb wählen würden, weil beide Parteien Ihnen im Punkte der
    Namensgebung Ihrer Straße nahe stehen, wenn
    Sie sonst andere Präferenzen haben. Oder Sie
    tendieren schon immer zu diesen Parteien,
    dann würde es am Wahlergebnis auch nichts
    ändern.

    Gleichwohl können auch die genannten Parteien
    nicht über gesetzliche Bestimmungen hinweg-
    sehen. Wenn Sie sich einmal mit langjährigen
    Treptower Bezirksverordneten unterhalten,
    bekommen Sie bestätigt, dass auch die CDU
    bereits vielfältige Namensvorschläge für Ihre
    Straße hatte. Also scheint auch dort davon
    ausgegangen worden sein, dass einmal eine
    Änderung des Namens erfolgen muss.

    Ich hoffe, einige Ihrer Hinweise aufgegriffen
    und damit beantwortet zu haben.

    Mit freundlichen Grüßen verbleibt

    Stefan Förster

  12. Joachim Schmidt:

    GEGENDARSTELLUNG

    Wenn im o.g. Kommentar des BVV-Kollegen Stefan Förster (FDP) die Rücksprache mit langjährigen Treptower Bezirksverordneten angeregt wird, möchte ich als ein solcher der CDU-Fraktion gleich entgegnen, daß sich das nicht bestätigen läßt und auch nicht der Wahrheit entspricht.
    Wir haben als CDU-Fraktion in Vergangenheit wie Gegenwart nie Initiativen unternommen, die Waldstraße umzubenennen und bleiben auch dabei.
    Wir waren zwar sicher immer aktiv, wenn es darum ging, noch unbenannte Nummernstraßen oder neu gebaute Straßen zu benennen, sahen aber noch nie Handlungsbedarf bestehende Straßennamen umzubenennen (sicher mit Ausnahme in den 90er Jahren bei gewürdigten Personen, die sich stalinistisch motiviert auch gegen die Weimarer Demokratie gerichtet haben).
    Eine Benennung einer Straße nach Heinrich Krone ist erst seit allerjüngster Zeit eine Überlegung, nicht aber in Johannisthal, sondern eher im Köpenicker Raum, wo er lebte. Nie in der Waldstraße.
    In den 90er Jahren war der Köpenicker Heinrich Krone, wie Stefan Förster etwas darüber schreibt, ohnehin kein Thema bei der CDU Treptow, da Treptow und Köpenick noch zwei getrennte Bezirke waren.
    Es gab auch mal einen uns vor Jahren zugetragenen Vorschlag die Waldstraße nach einen dort früher wohnenden (anderen) Zentrumspolitiker und Verfolgten des NS-Regimes zu benennen.
    Das Ergebnis unserer Beratung dazu war aber, daß wir die Waldstraße (aus hier nun vielerlei vorgetragenen Gründen) im Interesse der Anwohner nicht als umbenennungsgeeignet sahen.
    Die CDU war sich in den 16 Jahren, die ich Bezirksverordneter in Treptow(-Köpenick) bin, nie im klaren, daß die Waldstraße einen neuen Namen braucht. Sie hat ja einen.
    Daher ist auch hier unsere Suche von Anfang an in Richtung einer namenlosen Straße orientiert gewesen.
    Es gibt ohnehin keinen gesetzlichen Handlungsbedarf Doppelbenennungen zu tilgen, nur eine reine Empfehlung der Senatsverwaltung. Die ist aber keine Muß-Bestimmung. In den anderen Berliner Bezirken beschäftigt sich so hart mit dem Thema Doppelnamentilgung auch niemand, wie in Treptow-Köpenick nicht mal eine Hand voll von Bezirksverordneten. Niemand denkt dort daran seine Schloßstraßen, Berliner Straßen, Königsstraßen etc. aufzugeben.

    Die Waldstraße in Schmöckwitz wurde sogar 1956 (!) überhaupt so rückbenannt, obwohl es im damaligen Stadtbezirk Köpenick mehrere davon gab.

    Von daher bitte ich hier um Sachlichkeit und nicht Übereifer Treptow-Köpenick an den tatsächlichen Problemen vorbei zum Bezirk der „reinen Straßennamenlehre“ zu machen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Joachim Schmidt

  13. Türschmann, Anita und Günter:

    Nichts spricht gegen Minna Todenhagen. Sie konnte längst mit einem Straßennamen im Landschaftspark geehrt werden, die dort zahlreich neu existieren. Dennoch dürfte der Name Minna Todenhagen den meisten Johannisthalern kein Begriff sein.

    Den vielen Argumenten gegen eine Umbenennung der Waldstraße schließen wir uns an und erwarten, dass die Bürger in die Entscheidung einbezogen werden. Wir können uns nicht vorstellen, dass es im Sinne der Frau Todenhagen wäre, nach über 100 Jahren die geschichtsträchtige Waldstraße nach ihr zu benennen.

  14. Stefan Förster:

    Guten Tag,

    ich möchte auf das Schreiben des von mir persönlich geschätzten BVV-Kollegen Joachim Schmidt noch einmal kurz antworten, um mögliche Missverständnisse zu vermeiden. Ich habe nicht gesagt, dass in den CDU-Fraktionssitzungen konkrete Vorschläge für die Umbenennung der Waldstraße in Johannisthal diskutiert worden sind (das könnte ich mangels Teilnahme auch gar nicht beurteilen) und ich habe auch nicht suggerieren wollen, dass es entsprechend gestellte Anträge gab, die konkret die Waldstraße benannt haben. Es gab aber,
    zumindest im Kulturausschuss der letzten Wahlperiode, auch Diskussionen der CDU-
    Vertreter im Ausschuss darüber, wie man anlässlich bestimmter Würdigungen im Umfeld
    Johannisthals auch mit doppelt benannten Straßen umzugehen hat. Dabei war ich sogar
    persönlich zugegen. In diesem Zusammenhang wurde auch die Waldstraße genannt. Das waren keine Anträge, sondern Diskussionsbeiträge – aber das zeigt eben auch, dass man sich der Möglichkeit, solche Umbenennungen vornehmen zu können, durchaus bewusst war. Das kritisiere ich aber überhaupt nicht – ganz im Gegenteil. Dabei wurden dann auch Namen wie Heinrich Krone und Dr. Alois Kloecker ins Spiel gebracht, an deren Ehrung die CDU Interesse habe. Kloecker wohnte zeitweise sogar in der Waldstraße 40 in Johannisthal, weswegen eine derartige Namensgebung sicher auch begründbar gewesen wäre. Beide – Kloecker und Krone – sind unstrittig verdiente Leute und beide gehören auch auf ein Straßenschild im Bezirk, was ich der CDU auch schon mehrmals unterstützend mitgeteilt habe.

    Am 17.06.2002 gab es mit Drucksache V/199 einen Antrag der CDU-Fraktion, verfasst vom Kollegen Schmidt, zwei am Bahnhof Schöneweide geplante Straßen nach eben jenem Alois Kloecker und dem verdienten und viel zu früh verstorbenen Bezirksbürgermeister von Treptow, Michael Brückner (SPD), zu benennen. Im Laufe der Diskussion im Kulturausschuss, wurde als Ehrung für Alois Kloecker eine Brückenbenennung ins Auge gefasst, die sich nachher aus rechtlichen Gründen allerdings nicht realisieren lassen konnte.

    Um Michael-Brückner zu ehren einigte man sich im Kulturausschuss schließlich – mit
    Zustimmung der CDU-Fraktion – auf die Umbenennung der Grünauer Straße am Bahnhof
    Schöneweide, die zu diesem Zeitpunkt im Bezirk auch 4 x vorhanden war. Dies zeigt, dass
    auch die CDU schon aktiv an der Umbenennung von mehrfach benannten Straßen im Bezirk mitgewirkt hat. Dies kritisiere ich nicht, denn allein die Tatsache, dass der damalige Innensenator zur feierlichen Benennung der Michael-Brückner-Straße zunächst in die falsche Grünauer Straße gefahren war, zeigt, wie misslich das mit den doppelt benannten Straßen ist.

    Mit der höchstrichterlichen Entscheidung anlässlich der Klage zur „Rudi-Dutschke-Straße“
    hat das VG/OVG sehr deutlich ausgeführt, dass Mehrfachbenennungen zwingend zu beseitigen sind. Wortwörtlich heißt es hier: „Die Benennung öffentlicher Straßen nach § 5 Berliner Straßengesetz hat vorrangig eine Orientierungsfunktion. Diese Orientierungsfunktion wird durch die mehrfache Verwendung des gleichen Straßennamens beeinträchtigt. Deshalb darf nach Nr. I 2 a AV Benennung jeder Straßenname in Berlin nur einmal vorkommen.“

    Es „soll“ also nicht jeder Straßenname nur einmal vorkommen, sondern es „darf“ jeder Name nur einmal Verwendung finden. Auf dieser Grundlage arbeiten auch die Tiefbauämter in den anderen Bezirken. Hier findet allerdings im Vorfeld nicht so eine breite Bürgerbeteiligung statt sondern die BVVen beschließen Namensvorschläge, die das Bezirksamt dann allein den entsprechenden Straßen zuordnet.

    Mit freundlichen Grüßen

    Stefan Förster

  15. Markus Höfle (parteilos):

    Guten Tag und einen Gruß an alle Umbenennungsgegner!

    Ich bin mit meiner Familie erst vor etwa einem Jahr in die Waldstraße gezogen.
    Sowohl meine Frau, als auch ich bringen Gewerbe und somit Arbeit und Steuern in den Bezirk.

    Nicht, dass der Name einer Straße Hauptausschlagfaktor für geschäftlichen Erfolg und zufriedenes Wohnen wäre, doch macht der eigentlich eher schlichte Name „Waldstraße“ schon erstaunlich etwas her! Ein Name, der von Alter und Standfestigkeit erzählt, ein Name, der ein „Ooooh, in der Waldstraße“ bei anderen auslösen kann. Sei es deshalb, weil letztere von der Geschichte dieser Straße Kenntnis besitzen oder einfach nur, weil man (als Berliner) oft solche Straßennamen mit Wohlstand und Geschichtsträchtigkeit in Verbindung bringt.

    Wer würde schon ablehnen, in der Zehlendorfer Straße „Im Dol“ angesiedelt zu sein?! Und wer würde es wagen, Hand an den Namen, überhaupt nur einen Finger daran zu legen? Der Zorn der wohlbetuchten Anwohner sei diesem gewiss…

    Auch das Umbenennen einer Schillerstraße (achtmal in Berlin vorhanden) würde wohl kaum einer wagen wollen.

    Wir haben erst durch das CDU-Flugblatt an der Haustür von der geplanten, bzw. bereits beantragten Umbenennung erfahren und ich muss schon sagen, es ist bitter enttäuschend, dass die angeblich so sozialen Volks-Parteien in dieser Sache nicht selbst auf die Idee gekommen sind, dass es die Anwohner interessieren könnte, wenn man Ihnen den Straßennamen wegnehmen und diesen durch einen unglaublich schlecht klingenden neuen Namen ersetzen möchte. Nichts gegen Frau Todenhagen, doch mag sie noch so verdient gewesen sein (kannte die echt irgendeiner im Bezirk?!), so muss nicht jeder Name für ein Straßenschild geeignet sein. Ein „Herr Dirnen-Ficker“ könnte noch so verdient gewesen sein, ein Straßenschild würde sein Name niemals zieren.

    – Die Straße ist, aus vielen oft genannten historischen Gründen nicht umzubenennen
    – Keine Waldstraße sollte einen so unglaublich unklingenden Namen erhalten
    – Sicherlich KEINER in der Waldstraße möchte die Umbenennung
    – Es gibt viele andere Wege, Frau Todenhagen und anderer würdig zu gedenken ohne diese mit Verärgerung und Zorn in Verbindung zu bringen.
    – Bei einer neuerlichen Umfrage – AUSSERHALB von typischen Urlaubszeiten – würde die Unterschriftenliste sicherlich um viele Seiten länger ausfallen!!! Zumindest unsere Namen würden dann nicht mehr fehlen!
    – Auch Sommerlochpolitik darf sich nicht gegen die betreffenden Bürger wenden!

    Mit bestem Gruß,

    Markus Höfle, MH-EDV.de Berlin
    Frauke Röhr, FiBu-S.de

  16. nik Benndorf:

    Sehr geehrte Damen und Herren!
    Meine Grosseltern.Grossvater, Willi Heinrich Benndorf, wirde am 01.01.1880
    in der Stad Breslau
    Deutschland geboren, Der im Buch der Geburten und der Verwaltung den
    Familienstand in ? 22 aufgezeichnet war (Standesamt Stadt Breslau I)Wohnte
    lebte er in Berlin Waldstrasse 38 und starb am 14 juli 1926 Beerdigt wurde
    er auf dem Fridhof Maobiten in Berlin ( Sterbeurunde ? 853 vom 14.07.1926
    Stamdesamt Tiergarten Berlin Die Bestätigungen des Wohnortes wohin anzusuchen? In den Archiven nichts gibt es.Mit freunlichen Grussen.
    Nikolaj Benndorf
    Schirotnaja 55 – 89
    625016 Tjumen
    Russland 01.08.. 2009.
    nik-benndorf@yandex.ru

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